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Von 1675 bis heute
Auf der markanten Passhöhe an der Bundesstraße B 241 in 637m über NN gelegen, ist das Berggasthaus "Zum Auerhahn" mit Sicherheit eines der ältesten Gasthäuser des Harzes: es kann nämlich auf ein
über 325jähriges Bestehen zurückblicken!
Vielen Harzbesuchern, die heute die Strecke zwischen Goslar und Clausthal-Zellerfeld befahren, ist nicht bewusst, dass sich in der Nähe die "Alte Harzstraße" befindet, die schon seit dem Mittelalter die Harzberge zwischen Goslar und Osterode quert. Als der Harz noch von Kutschen und Fuhrwerken erklommen wurde, stellte der Sattel zwischen Schalke und Bocksberg noch eine richtige Passhöhe dar, an der es Zeit war, eine Verschnaufpause für Kutscher und Rösser einzulegen. Zunächst wurde an dieser Stelle allerdings ein "fürstliches Ablager", d. h. ein Jagdhaus, errichtet. So jedenfalls lautete der Auftrag, den Herzog Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel seinem "Grenz- und Wildschützen" Kurt Greene im Jahre 1675 erteilte. Damals gehörte das Recht auf Jagd und Fischerei in der Goslarer Stadtforst noch dem Braunschweiger Herzog. Denn Goslar hatte 1552 im Riechenberger Vertrag dieses Recht abtreten müssen.
Noch 1816 heißt es in einer Beschreibung der Goslarer Stadtforst: "Die Jagt ist braunschweigisch und wird von dem Grenzschützen zum Auerhahn beschossen". Erst 1848 wurde das braunschweigische Jagdregal (Jagdrecht) in der Goslarer Stadtforst aufgehoben und an die Stadt Goslar zurückgegeben. |
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Herzog Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel |
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Der Grenz- und Wildschütz Kurt Greene erbaute also auf dem 637m hoch gelegenen Sattel an der alten Harzchaussee das Jagdhaus, das seinen "Markennamen" sicher nicht von ungefähr erhielt. Gern nämlich weilte Herzog Rudolf August im Oberharz zur Jagd, besonders aber in der Zeit der Auerhahnbalz.
Das für damalige Zeit stattliche Haus erhielt große Räume für den Herzog und sein Gefolge und eine Wohnung für den herzoglichen Förster. Stallungen für die Pferde des Herzogs und für das Vieh des Försters umgaben das Anwesen. Nachdem der Oberharzer Bergbau am Ende des 17. Jahrhunderts einen starken Aufschwung genommen hatte und die neuen Gruben des Bockswieser Gangzuges gute Erträge lieferten, entwickelte sich ein stärkerer Verkehr auf der Alten Harzstraße. Herzog Rudolf August war seinem Grenz- und Wildschützen wohlgesonnen: er erteilte seinem Bediensteten, der wohl auch ein gutes Geschäft witterte, eine Konzession für das Herbergswesen mit Braugerechtsame und Bierausschank. "Auerhahnkrug" wurde die Gaststätte zunächst benannt. In ihr machte auch die "Reitende Post" Station, die 1684 vom Landdrost in Osterode eingerichtet wurde. Schon 1705 war die Alte Harzstraße so verbessert, dass zweimal in der Woche eine fahrende Post über den "Auerhahn" verkehren konnte.
Ab 1838 schließlich gab es sogar schon eine tägliche Fahrpost vom Oberharz nach Goslar, die 1883 nach dem Bau der Oberharzbahn eingestellt wurde. Inzwischen war 1844 bis 1848 die neue Harzstraße erbaut worden. Die starken Steigungen wurden durch das Anlegen großer Schleifen zwar vermindert, aber auch die neue Straße führte direkt am "Auerhahn" vorbei. Der erste Krugwirt auf dem "Auerhahn", Kurt Greene, starb 1689. Seine Nachkommen führten das Amt des Jagdwart und die Bewirtschaftung des Kruges weiter. Ende des vorigen Jahrhunderts, im Jahre 1897, ging der "Auerhahnkrug" in den Besitz der Familie Langenstraßen über, die die Gaststätte seitdem weiterführt. |
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Berggasthaus "Zum Auerhahn" um 1890
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Schon in den Anfangsjahren des aufstrebenden Kurortes Hahnenklee erkannte man dort den "Auerhahn" als lohnendes Ausflugsziel und legte mit viel privater Initiative einen bequemen Wanderweg (Hahnenkleer Weg) an. Heute führen bequeme (und auch "rustikale"!) Wanderwege vom Berggasthaus "Zum Auerhahn" in alle Himmelsrichtungen. In früherer Zeit, als der Tourismus noch nicht die heutigen Formen angenommen hatte, betrieb man oft neben der
Gastronomie noch eine bescheidene Landwirtschaft. So wurden auch auf dem "Auerhahn" Harzkühe, Schweine, Hühner und ein Pferd gehalten. Die umliegenden Bergwiesen stammen noch aus dieser Zeit. Die Milch wurde im Hause u. a. auch zum bekannten Harzkäse verarbeitet. Das Fleisch geschlachteter Kälber trug zur Bereicherung des Angebotes auf der Speisekarte bei. Der damalige Wirt, Otto Langenstraßen, ist noch vielen älteren Einheimischen ein Begriff, besonders wegen einiger ihm zugeschriebener Anekdoten. So erzählt man sich, dass er es meisterlich verstand, in der Zeit der herbstlichen Hirschbrunft der Schrei der Hirsche mit Hilfe einer Gießkanne getreu nachzuahmen, um den Besuchern der Gaststätte diesen Hauptreiz des Herbstes in der Oberharzer Wäldern ersatzweise zu vermitteln.
In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs verlegte die Technische Hochschule Braunschweig eine Versuchsstation für kriegstechnische Zwecke in die Räume des "Auerhahns". Bei
Kriegsende erlebte das alte Berggasthaus die Kämpfe der vorrückenden Amerikaner gegen einige SS-Formationen, die versuchten, sich in der Gegend festzusetzen. Durch Sprengungen von Munitionsbeständen erlitt das Gebäude schließlich doch noch erheblichen Schaden. Zunächst von der amerikanischen Militärpolizei beschlagnahmt, wurde der "Auerhahn" im September 1945 an den damaligen Besitzer Ernst Langenstraßen sen. zurückgegeben. Seitdem ist das Berggasthaus wieder zum beliebten Ausflugsziel geworden. Es wird täglich von vielen Wanderern und Spaziergängern aufgesucht, die aus Hahnenklee, aber auch aus Goslar und aus Schulenberg kommen. Der Hauptstrom der Gäste aber wird bestimmt vom Reiseverkehr und Tourismus im Harz. Der große Parkplatz hat sicher mit dafür gesorgt, dass der "Auerhahn" Rastplatz vieler Urlauber wurde. Über viele Jahre war im Berggasthaus "Zum Auerhahn" wieder eine Poststelle, und zwar der Deutschen Bundespost, eingerichtet, die erst im Jahre 1971 stillgelegt wurde. Noch heute fragen Sammler nach dem bis dahin verwendeten amtlichen Stempel mit dem Auerhahn. |
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Berggasthaus "Zum Auerhahn" mit Auerhahnteich um 1980 |
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Heute wird das Berggasthaus "Zum Auerhahn" von Ernst Langenstraßen jun. und seiner Frau Irene geführt. In den letzten Jahren wurde es notwendig, eine ganze Anzahl von Umbauten und Renovierungsmaßnahmen vorzunehmen, um einerseits das Berggasthaus "Zum Auerhahn" an diesem exponierten Standort zu erhalten und die Einrichtung einer zeitgemäßen Gastronomie anzupassen und andererseits den steigenden Besucherzahlen gerecht zu werden. In den drei liebevoll und mit viel Geschmack eingerichteten Gasträumen stehen nun 125 Plätze zum gemütlichen Rasten und Verweilen zur Verfügung. Schon vormittags kann man im "Auerhahn" eine kleine Stärkung zu sich nehmen. Gutbürgerlicher Mittagstisch (oft mit Wild- und Fischgerichten) wird ab 12 Uhr angeboten, und nachmittags wird eine leckere Kuchenauswahl - u. a. der berühmte hausgebackene
Apfelkuchen und die weithin bekannten Windbeutel -
bereitgehalten, außerdem Eiskrem und vieles andere
mehr. Am Abend ist unser Haus bis 18.00 Uhr
geöffnet. Hotelgäste, Gruppen und nach Anmeldung
bewirten wir auch noch zu späterer Stunde!
Zum Verweilen und Ausspannen von der Hektik des Alltags und zum "Seele baumeln lassen" laden sieben gemütliche Hotelzimmer ein, die in den letzten Jahren teilweise mit Dusche und WC sowie mit schalldämmenden Fenstern ausgestattet wurden.
In Niedersachsen besteht in gastronomischen
Betrieben seit August 2007 ein Rauchverbot.
Seit diesem Zeitpunkt ist auch unser Haus
rauchfrei! |
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